Kapitel 1 - Dolf

 Adolf "Dolf" Preußner.

Dolf erblickt am 28.02.1920 das Licht der Welt.

Er ist das Zweitälteste von insgesamt 4 Kindern, der jüngste Sohn. Sein älterer Bruder Willi, geb. am 10.12.1915, ist der besonnene, ruhige Bruder. Diplomatisch. Unaufgeregt. Vernünftig.

Dolf wächst in Wülfrath unbekümmert auf. Obwohl die Zeiten noch gezeichnet sind von den Narben des 1. Weltkrieges, schaffen seine Eltern ihm eine wohlbehütete Atmosphäre. Er spielt und albert rum. Erzählt Witze und bringt alle um sich herum zum Lachen. 

"Man konnte ihm nie böse sein, egal was er tat - er hätte unser Haus anzünden können und Mutti & Vatti wären nicht bös' gewesen", erinnert sich meine Omi.

Gerade 8-jährig springt er aus dem Fenster des ersten Stocks, weil er glaubt, mit einem Regenschirm in der Hand fliegen zu können. Nicht einen Knochen bricht er sich. Ein "Glückskind", so nennt man ihn.

Unbekümmert, lustig, freundlich, liebevoll und aber auch etwas frech..

Besonders gute Noten schreibt er nicht. Seinem großen Bruder kann er das Wasser in der Hinsicht nicht reichen, was ihn aber auch nicht sonderlich interessiert.

Er kümmert sich um seine jüngeren Schwestern, Marianne & Martha, mit Hingabe. Er passt auf sie auf, bezieht sie mit ein. Es gibt keinen geschwisterlichen Neid. Im Gegenteil: Er beschützt.

Auch, als seine jüngere Schwester Marianne die Idee hat, kleine Zigarettenstummel aufzusammeln und in einer Schachtel zu bewahren. 

Eine Ohrfeige der Mutti! Zack..stand Dolf zur Stelle und hat seine kleine Schwester verteidigt.

"Ich fand' es war ein lustiges Spiel. Sie sollte doch einfach irgendwas sammeln, damit sie beschäftigt ist!?"

Zack..auch Dolf bekommt die Ohrfeige von Mutti.

"Teufelszeug ist das! Finger weg davon - und jetzt ab rein mit euch!"

Man vermag zu glauben, dass die "Mutti" (meine Ur-Oma) eine strenge Frau war, aber dem war nicht so.

Sie muss - für die Zeit tatsächlich untypisch - eine unglaublich reflektierte, liebevolle & ungewöhnlich gebildete Frau gewesen sein. Meine Ur-Großeltern haben sich auch sehr geliebt, sind sich mit großem Respekt begegnet und haben ihre Kinder so akzeptiert, wie sie waren.

Dennoch wird sie bald darauf schlimme Verluste erleiden..


---> Weiter zu Kapitel 2:  Willi

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